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Eine Welt aus bunten Klötzchen

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Ein Buch, so schön und schrecklich wie die späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre: Das «8-Bit Art Book» ist Kunstkatalog und Nachschlagewerk über die Videospielkultur in einem.

Einsen und Nullen verwandelt in ein buntes Alphabet aus Klötzchen. Das ist 8-Bit, das sind diese Videospiele, die seit den 1980er-Jahren kaum an Faszination eingebüsst haben und gerade auch in ästhetischer Hinsicht in den letzten Jahren einen wahren Hype erleben.

So sehr, dass sogar das Museum of Modern Art in New York inzwischen über eine Sammlung von Videospiel-Screenshots verfügt. Auch neuere Spiele wie Minecraft bedienen dieses Bedürfnis nach dem 8-Bit-Retro-Design.


Das 8-Bit Art Book

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Ein Buch so schön und schrecklich wie die späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Ein Buch für Gamefreaks, Nostalgiker und Kunstliebhaber. Das 8-Bit Art Book. Kürzlich erschienen im Edel-Verlag.


Das nun erschienene «8-Bit Art Book» ist quasi die Sekundärliteratur zu diesem Faszinosum, ein Nachschlagewerk, Kunst- und Geschichtsbuch zugleich. Herausgegeben hat es Stephan Günzel, Professor für Medientheorie an der Humboldt-Universität Berlin. 240 Seiten Nostalgie pur also für all jene, die mit diesen ersten Videospielen überhaupt aufgewachsen sind. Wer sich bei Namen wie Pac-Man, Donkey Kong, Paperboy und Super Mario in die Kindheit versetzt fühlt, für den gehört dieses Buch in die heimische Bibliothek.

Hier erfährt man alles, was man über die Ikonen des Videogame-Universums wissen will. Hier findet man Anekdoten zu Technik, Ästhetik und Réception. Hinten im Buch etwa gibt es eine Doppelseite mit allen 8-Bit-Spielkonsolen, von 1975 bis 1998, vom Atari 2600 aus dem Jahr 1977 über den ersten Nintendo 1983 zum Sega Master System 1985 und Gameboy Color 1998.

100 Spiele im Porträt

Das Buch erzählt aber auch vom Niedergang der US-amerikanischen Videospielindustrie und vom Aufstieg der japanischen, es erzählt vom Konkurrenzkampf zwischen Nintendo und Sega, davon, wie Sonic, Alex Kidd und Wonder Boy zum festen Bestandteil der Jugendkultur der 1980er-Jahre wurden, wie Tetris zum meistverkauften Videospiel aller Zeiten avancierte und damit dem 1989 erschienenen Gameboy eine nie geahnte Popularität verschaffte.

Bild: mbu
Der Game Boy in all seinen Farben und Formen.

Auch Insiderwissen gibt es zu erfahren. Etwa, warum Super Mario Schnurrbart und Latzhose trägt, warum bei Pac-Man in Level 256 endgültig Schluss ist, was Nintendo auf Deutsch heisst, warum in Japan zeitweise die 100-Yen-Münzen knapp wurden oder was es mit dem Game-over-Schriftzug auf sich hat.

100 Spiele sind im «8-Bit Art Book» insgesamt porträtiert, mit allen Informationen zu Herkunft und Hersteller sowie kleiner Spielanleitung. Und natürlich ist das Buch voll mit tollen Bildern aus bunten Klötzchen.

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