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Rückblicke auf Schwaars Wirken

Der Langnauer Schriftsteller und Kunstsammler Hans Ulrich Schwaar wandert im 91. Lebensjahr nach Lappland aus. © zvg
Der Langnauer Schriftsteller und Kunstsammler Hans Ulrich Schwaar wandert im 91. Lebensjahr nach Lappland aus. © zvg

Die Stiftung Hans Ulrich Schwaar gedenkt im Schulhaus in Gohl dem Anfang Jahr verstorbenen Lehrer und Kunstsammler. Die Ausstellung zeigt Schwaars Sammlung und widmet sich dessen eigenem Schaffen.

Veröffentlicht in der Berner Zeitung am 29.09.2014. Zum Online-Artikel

Hans Ulrich Schwaar, Pädagoge, Kunstsammler, Autor, Nordlandreisender und Langnauer Ehrenbürger kommt nochmals zurück ins Emmental. Nicht er selber, leider, denn er ist Anfang dieses Jahres in seiner Wahlheimat in Lappland verstorben. Aber sein Erbe, Teile seiner Kunstsammlung, seine Bücher und Erinnerungen sind nun dort zu sehen, wo Schwaar während sechzehn Jahren gewirkt – und vieles bewirkt – hat.

Die Rede ist vom Schulhaus Gohl, wo er als Lehrer seine Spuren hinterlassen hat und wo nun an ihn erinnert wird. Die von der Stiftung Hans Ulrich Schwaar durchgeführte Gedenkausstellung, die letzten Samstag mit einer Vernissage ihren Anfang genommen hat, heisst denn auch «Rückblicke» und dauert bis am 5.Oktober.

 

Viele Facetten

«Wir wollten den ganzen Hansueli zeigen», sagt Monika Keller, Stiftungsratspräsidentin und Nichte Schwaars. Die Ausstellung widmet sich den verschiedenen Facetten des vielseitigen Pädagogen. Der Reisende, der Schriftsteller, der Lehrer und Sportler und der Kunstsammler Schwaar werden präsentiert. Ein Film etwa zeigt seine Verbundenheit mit Lappland.

Zahlreiche schriftstellerische Arbeiten liegen zum Schmökern auf. Trouvaillen und Bilder aus seiner Zeit als Sportler und Lehrer finden sich ebenso auf dem Dachboden des Schulhauses wie eine Auswahl der Kunstwerke, die Schwaar während seines Lebens sammelte: Bilder von Heinrich Würgler und Hans Kohler, Skulpturen von Karl Geiser und etliches mehr.

Rechnung geht kaum auf

Die Stiftung Hans Ulrich Schwaar zählt zehn Mitglieder, die alle ehrenamtlich dafür sorgen, dass die rund 2500 Kunstwerke erhalten bleiben. Vierzig Gönner unterstützen die Institution mit einem jährlichen Beitrag. «Wir haben ein Budget von etwa 8000 bis 10’000 Franken», verrät Kassier Hans-Peter Blaser. «Letztens mussten beispielsweise die Bilder von Hans Kohler neu gerahmt werden, schon nur das kostete an die 16’000 Franken.» Und Präsidentin Monika Keller erzählt: «Alle drei bis vier Jahre machen wir eine grössere Ausstellung, das kostet sofort 10’000 Franken. Die Rechnung geht also kaum auf.» Und sie fügt an: «Wir sind froh, dass wir im Chüechlihus in Langnau die Möglichkeit haben, die vorhandenen Räume für Wechselausstellungen zu nutzen.»

Wenn die Werke nicht ausgestellt werden, lagern sie in Langnau und Herzogenbuchsee in Depots, im Musée Neuhaus in Biel und im Musée de Payerne – zum Glück für die Stiftung gratis. Seit Schaars Ableben ist die Stiftung dabei, sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen.

«Streng, aber fair»

Rund achtzig Besucherinnen und Besucher waren am Samstag zur Vernissage angereist. Darunter Lehrer, Gemeinderäte, Bewunderer und ehemalige Schüler. Er habe ihn leider nie persönlich kennen gelernt, sagt Gianni Werndli, ein aus Rheinfelden angereister Geografielehrer: «Von jeher liebe ich seine Bücher, und auch meine Frau ist inzwischen ganz angefressen.» Und Stiftungsratsmitglied Lilo Wyss ist sogar 1975 und 1976 zu ihm in die Weiterbildungsklasse gegangen. «Streng, aber fair war er», sagt Wyss, aber vor allem habe er ihr einen anderen Blick auf die Welt ermöglicht.

 

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