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Weitere Hürde für Oswaldhalle

Rolf Oswald wird seine Gewerbehalle noch länger nicht bauen können. Ein Nachbar zieht eine Beschwerde gegen die Umzonung des Baulandes ans Verwaltungsgericht.

Erschienen in der Berner Zeitung am 21.05.2015. Zum Online-Artikel.

Von der Mittel- auf die Langstrecke. Rolf Oswald und seine Cateringservice-Firma müssen sich auf einen juristischen Marathon einstellen. Bis er seine 800 Quadratmeter grosse Gewerbehalle bauen darf, könnte es noch weitere Jahre dauern. Die direkten Nachbarn, Walter und Doris Bachmann, wehren sich gegen das Bauvorhaben − respektive immer noch gegen die Umzonung des Landes von einer gemischten in eine Gewerbezone.

Eine Einsprache beim Amt für Gemeinden und Raumplanung wurde bereits 2014 abgelehnt. Kürzlich hat auch die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion eine Beschwerde zurückgewiesen. Nun zieht das Ehepaar Bachmann ans Verwaltungsgericht weiter.

Unfruchtbare Vereinbarung

Dabei sah es für einen Moment danach aus, als würde sich die Angelegenheit regeln. Durch das Land, worauf einst die Halle entstehen soll, führt eine Zufahrtsstrasse zum Haus der Bachmanns. Diese ist aber nicht im Grundbuch eingetragen. Mit einer Vereinbarung wollte sich das Ehepaar Bachmann für diese Zufahrt ein Fuss- und Fahrwegrecht sichern. Im Gegenzug hätten sie auf einen Weiterzug ans Verwaltungsgericht verzichtet. In dieser Vereinbarung war jedoch nur von der Einsprache bzw. der Beschwerde gegen die Umzonung die Rede. Für Rolf Oswald war daher nicht auszuschliessen, dass sich Bachmanns später doch noch gegen den Bau der Halle wehren würden. Deshalb habe er nicht auf den Vorschlag eingehen können, sagt Rolf Oswald.

Fragwürdiger Standort

Dass sich das Ehepaar Bachmann gegen die Umzonung wehrt, hat mehrere Gründe. Walter Bachmann: «In der Gemeinde geben sich alle naturverbunden, haben dann aber nichts dagegen, wenn Grünflächen zubetoniert werden. Das ist ein Widerspruch.» Zuerst komme immer die Wirtschaft und dann der Landschaftsschutz. Das sei schade. Wenn schon gebaut werden müsse, sollte besser etwas entstehen, dass auch der lokalen Bevölkerung diene. «Eine Gewerbehalle aber würde die Wohnqualität nur verschlechtern.» Der Standort der Firma Oswald ist für Walter Bachmann grundsätzlich fragwürdig. «Meiner Meinung nach ist die ländliche Gemeinde für eine schweizweit tätige Firma mit viel Schwertransport nicht ideal.»

 

Veröffentlicht inLokales