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Zerwürfnis im Gemeinderat

Gemeindeverwaltung Walkringen.   © Urs Baumann
Gemeindeverwaltung Walkringen. © Urs Baumann

Die Gemeinderätinnen von Walkringen Verena Schneider und Susanne Eichenberger Bachmann legen ihr Amt nieder. Sie kritisieren vor allem den Gemeindepräsidenten.

Erschienen in der Berner Zeitung am 24.04.2015. Zum Online-Artikel.

Schon wieder gehen zwei. In der Walkringer Gemeindebehörde hängt der Haussegen arg schief. Nachdem es letztes Jahr mehrere Abgänge in der Verwaltung gegeben hat, legen nun auch zwei Gemeinderätinnen ihre Ämter nieder. Susanne Eichenberger Bachmann (Freie Wähler Walkringen) und Verena Schneider (SP) verlassen die Behörde noch vor Legislaturende.

Eichenberger wird noch bis Ende September im Amt bleiben, Schneider geht bereits auf Ende Monat. Sie hätten sich gemeinsam zu diesem Schritt entschieden, sagt Susanne Eichenberger. «Letztlich war dies der einzige Ausweg», sagt sie. «Die Situation war nicht mehr tragbar, eine Verbesserung der Zusammenarbeit schien aussichtslos.»

Damit spricht Susanne Eichenberger das Verhältnis zum Gemeindepräsidenten Peter Stucki und zum Gemeindeschreiber Markus Moser an. In den beiden Kündigungsschreiben, die dieser Zeitung vorliegen, kommt zum Ausdruck, dass unterschiedliche Ansichten über die politische Arbeit und fehlende Wertschätzung seitens des Gemeindepräsidenten zu den Kündigungen geführt haben.

Verena Scheider schreibt, dass sie sich besonders an der vom Gemeindepräsidenten gewünschten Kopfnicker- und Mitläufermentalität störe. Eine verantwortungsbewusste Amtsausführung sehe anders aus.

«Konflikte gehören dazu»

«Es waren nicht immer alle zufrieden in letzter Zeit», sagt Gemeindepräsident Peter Stucki auf Anfrage. Obwohl es sich abgezeichnet hatte, sei er über die Kündigungen doch überrascht.

Er sei halt jemand, der die Dinge hinterfrage und nicht einfach durchwinke. Dass es da zu Konflikten kommen könne, sei normal. Ihm sei wichtig, dass professionell gearbeitet werde. Die Gemeinde müsse wieder gut aufgestellt werden. Dass für die Vakanzen jemand gefunden wird, da ist Stucki zuversichtlich.

Mehrere Lösungsversuche

Aus dem Bauch heraus kamen die Demissionen nicht zustande. Verschiedene Versuche, die internen Konflikte zu lösen, waren zuvor gescheitert. Wie Susanne Eichenberger sagt, haben gar zwei Aussprachen zwischen dem gesamten Gemeinderat und dem Regierungsstatthalteramt stattgefunden.

Jedoch ohne Erfolg. Danach sollte eine Supervision die Sache richten. Dies wurde vom Gemeindepräsidenten jedoch abgelehnt. Erst dann entschieden sich die beiden, zurückzutreten. (Berner Zeitung)

(Erstellt: 24.04.2015, 08:00 Uhr)

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